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Ausstellung beleuchtet Vielfalt nomadischer Lebenswelten
21 September 2011 - UNI-LEIPZIG
Mit einer umfangreichen Ausstellung im Museum für Völkerkunde Hamburg wird der Sonderforschungsbereich 586 "Differenz und Integration" ab November 2011 Einblicke in seine über zehnjährige Forschungsarbeit bieten. In der Ausstellung "Brisante Begegnungen" zeigen Archäologen, Ethnologen, Geographen, Historiker und Orientwissenschaftler der am SFB beteiligten Institutionen – Universität Leipzig, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Länderkunde, Helmholtz Institut und Max-Planck-Institut (MPI) für Ethnologische Forschung - die Vielfalt nomadischer Lebenswelten sowie die Interaktionen zwischen nomadischen und sesshaften Gesellschaften. Die Schau wird am 17. November eröffnet und wird bis zum Mai 2012 gezeigt.
Darin wird ein Zeitraum von 5.000 Jahren in einer regionalen Breite von Marokko bis Tibet und Sibirien interdisziplinär betrachtet. Die Ausstellung beleuchtet das Leben der Nomaden, die Wirtschaftsweise mobiler Familienverbände, und deren Verhältnis zu den Sesshaften. Eine Besonderheit der Ausstellung wird sein, dass sie sich im ganzen Museum, auch innerhalb der Dauerausstellungsräume, auf annähernd 1.000 Quadratmetern verteilt "Die Besucher gehen auf eine Entdeckungsreise, bei der es unter anderem Orakelmodelle aus Tempelfunden zu sehen gibt", sagt Annegret Nippa, Projektleiterin für die Ausstellung und amtierende Direktorin des Instituts für Ethnologie. Gemeinsam mit Andreea Bretan, wissenschaftliche Mitarbeiterin am gleichen Institut, und Mitarbeitern des Hamburger Museums für Völkerkunde kuratiert sie die Ausstellung des SFB 586.
In vier großen Themenblöcken erzählt die Schau von vielfältigen Spannungen zwischen nomadischen und sesshaften Menschen, zwischen verschiedenen Kulturen, Wirtschaftsweisen und politischen Strukturen, eben von "Brisanten Begegnungen". Der erste Block steht unter dem Titel "Differenz und Integration: Migranten, Jobnomaden, Kunstnomaden" und schlägt den Bogen zu unserer Gesellschaft heute, der zweite widmet sich "Austausch und Handel", der dritte dem Komplex "Natur und Tier - Arbeit und Produkt". Der vierte Themenkomplex befasst sich mit "Herrschaft und Kontrolle". Er zeigt, dass die Geschichte nomadischer und sesshafter Interaktion immer auch eine Geschichte von Machtdemonstration, widerstreitenden Interessen und Konflikten war.
Nomaden leben nach den Worten Nippas von ihren Tieren, deren Fleisch und Milch sie verkaufen und die sie züchten. Diese grasen auf ansonsten wenig genutzten Weiden. Meist ziehen Nomaden im Familienverbund von einem Ort zum anderen, haben mehrere Wohnungen oder leben in Zelten oder Wohnwagen. Seriöse und zuverlässige Schätzungen über ihre Zahl auf der Welt gibt es Nippa zufolge nicht. Zu den Nomaden gehören auch die Zigeuner "Das Weideland nimmt jedoch ab, und für die nomadische Gesellschaft ist es bedrohlich, wenn sie ihr Kapital - die Herde - nicht mehr halten kann", berichtet die Expertin.
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