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Atomkraft und Verantwortung - das XV. Theodor-Litt-Symposium
26 October 2011 - UNI-LEIPZIG
Nach der verheerenden Atomkatastrophe von Japan stellt das 15. Theodor-Litt-Symposium die Frage nach der Verantwortung. Unter dem Titel "Das Atomzeitalter. Maximum von Naturwissenschaft und Technik. Maximum der Verantwortung" diskutieren Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen aus zehn Ländern.
Zeit: 27.10.2011, 09:00 Uhr bis 28.10.2011, 12:45 Uhr
Ort: Universitätsarchiv Leipzig
Prager Straße 6
04103 Leipzig
Eröffnet wird das zweitägige Symposium durch Claus Altmayer, Prorektor für Bildung und Internationales, sowie Thomas Hofsäss, Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Im Mittelpunkt der Tagung steht das Atomverständnis unterschiedlicher Epochen, die Beherrschung der Technik als zentrales Thema der Schulen und die Rolle des Menschen. Zum Abschluss findet eine international besetzte Podiumsdiskussion unter dem Titel "Maximum von Naturwissenschaft und Technik - Maximum der Verantwortung" statt. Das Symposium richtet sich vor allem an Lehramtsstudenten und Erziehungswissenschaftler, ist aber auch für Interessierte aus anderen Fachrichtungen offen.
"Litt war ein begnadeter Hochschullehrer, der seine Hörer zu Tausenden begeisterte. Schon in den zwanziger Jahren mussten seine Vorlesungen jeweils in zwei weitere Hörsäle übertragen werden, weil anders der Ansturm nicht bewältigt werden konnte", schreibt Peter Krakow, Vorsitzender der Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig in dem jüngst erschienenen Band "Theodor Litt - Pädagoge und Philosoph".
Theodor Litt (1880-1962) stand 1931/32 der Alma mater Lipsiensis als Rektor vor und galt als einer der wichtigsten Kultur- und Sozialphilosophen sowie Erziehungswissenschaftler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und er setzte sich zeitlebens mit der aktuellen Politik auseinander. Während seines Rektorates trat er Provokationen des Nationalsozialistischen Studentenbundes nachdrücklich entgegen. Als einziger Rektor einer Universität in Deutschland fand er den Mut, auf Grund nationalsozialistischer Ausschreitungen die Universität zeitweilig zu schließen. Als er Mitte der 1950er Jahre um einen Gastbeitrag für das Handbuch zur politisch-historischen Bildung, herausgegeben vom Bundesministerium für Verteidigung unter Franz Josef Strauß, gebeten wurde, hielt der Pädagoge mit seiner wohl begründeten Meinung keineswegs hinter dem Berg. Entgegen der politischen Linie zur Wiederbewaffnung warnt er philosophisch argumentierend vor den Gefahren der Atomkraft.
"Litt, der schon zu seiner Leipziger Zeit als Professor für Philosophie und Pädagogik intensive und differenzierte Gespräche mit Nobelpreisträger Werner Heisenberg geführt hatte, setzt sich in seinen Ausführungen sehr nachdenklich mit dem seinerzeit absolut positiv besetzten Terminus ,Atomzeitalter‘ auseinander", sagt Schulz. Nicht zuletzt nachhaltig emotional veranlasst durch die schrecklichen Erfahrungen und Lehren aus dem Einsatz der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki am 6. respektive 9. August 1945.
"Fünf Tage nach dem Unglück von Fukushima bin ich durch Zufall auf diesen Aufsatz aus dem Jahr 1957 gestoßen", sagt Dieter Schulz. Der mittlerweile emeritierte Professor der Erziehungswissenschaften ist der Spiritus Rector des Litt-Symposiums und organisiert die diesjährige Tagung gemeinsam mit seiner Nachfolgerin Barbara Drinck von der Theodor-Litt-Forschungsstelle.
"Die aktuellen politischen Diskussionen und der reklamierte Paradigmenwechsel zeigen einmal mehr, dass das Nachfragen bei Litt mehr als zeitgemäß ist. Es ist faszinierend, wie klar Litt die möglichen Gefahren und Probleme sieht und wie unverzichtbar es ist, alle Entscheidungen an die Kategorie ,Verantwortung‘ rückzukoppeln", sagt Professor Schulz.
Erstmals findet das Litt-Symposium im Universitätsarchiv (Prager Straße 6) statt, der Heimstatt des Nachlasses von Theodor Litt. Dieser umfasst insgesamt 20 laufende Meter Archivalien: Zeugnisse, Urkunden, Briefe, Manuskripte und andere Dokumente sowie zahlreiche Publikationen. Der Nachlass ist komplett Einzelblatt- und Digitalverzeichnet.
Anlässlich des 15. Theodor-Litt-Symposions erscheint unter dem Leitthema "Freiheit und Lebensordnung. Ein europäischer Diskurs über Demokratie" der dritte Sonderband zum Litt-Jahrbuch. Die öffentliche Präsentation erfolgt am 27. Oktober im Rahmen eines Akademischen Konzertes im Konferenzraum des Universitätsarchivs.
Programm:
http://www.uni-leipzig.de/~litt/wp-content/uploads/2011/07/Flyer-Litt-2011.pdf
Prager Straße 6
04103 Leipzig
Eröffnet wird das zweitägige Symposium durch Claus Altmayer, Prorektor für Bildung und Internationales, sowie Thomas Hofsäss, Dekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Im Mittelpunkt der Tagung steht das Atomverständnis unterschiedlicher Epochen, die Beherrschung der Technik als zentrales Thema der Schulen und die Rolle des Menschen. Zum Abschluss findet eine international besetzte Podiumsdiskussion unter dem Titel "Maximum von Naturwissenschaft und Technik - Maximum der Verantwortung" statt. Das Symposium richtet sich vor allem an Lehramtsstudenten und Erziehungswissenschaftler, ist aber auch für Interessierte aus anderen Fachrichtungen offen.
"Litt war ein begnadeter Hochschullehrer, der seine Hörer zu Tausenden begeisterte. Schon in den zwanziger Jahren mussten seine Vorlesungen jeweils in zwei weitere Hörsäle übertragen werden, weil anders der Ansturm nicht bewältigt werden konnte", schreibt Peter Krakow, Vorsitzender der Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig in dem jüngst erschienenen Band "Theodor Litt - Pädagoge und Philosoph".
Theodor Litt (1880-1962) stand 1931/32 der Alma mater Lipsiensis als Rektor vor und galt als einer der wichtigsten Kultur- und Sozialphilosophen sowie Erziehungswissenschaftler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und er setzte sich zeitlebens mit der aktuellen Politik auseinander. Während seines Rektorates trat er Provokationen des Nationalsozialistischen Studentenbundes nachdrücklich entgegen. Als einziger Rektor einer Universität in Deutschland fand er den Mut, auf Grund nationalsozialistischer Ausschreitungen die Universität zeitweilig zu schließen. Als er Mitte der 1950er Jahre um einen Gastbeitrag für das Handbuch zur politisch-historischen Bildung, herausgegeben vom Bundesministerium für Verteidigung unter Franz Josef Strauß, gebeten wurde, hielt der Pädagoge mit seiner wohl begründeten Meinung keineswegs hinter dem Berg. Entgegen der politischen Linie zur Wiederbewaffnung warnt er philosophisch argumentierend vor den Gefahren der Atomkraft.
"Litt, der schon zu seiner Leipziger Zeit als Professor für Philosophie und Pädagogik intensive und differenzierte Gespräche mit Nobelpreisträger Werner Heisenberg geführt hatte, setzt sich in seinen Ausführungen sehr nachdenklich mit dem seinerzeit absolut positiv besetzten Terminus ,Atomzeitalter‘ auseinander", sagt Schulz. Nicht zuletzt nachhaltig emotional veranlasst durch die schrecklichen Erfahrungen und Lehren aus dem Einsatz der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki am 6. respektive 9. August 1945.
"Fünf Tage nach dem Unglück von Fukushima bin ich durch Zufall auf diesen Aufsatz aus dem Jahr 1957 gestoßen", sagt Dieter Schulz. Der mittlerweile emeritierte Professor der Erziehungswissenschaften ist der Spiritus Rector des Litt-Symposiums und organisiert die diesjährige Tagung gemeinsam mit seiner Nachfolgerin Barbara Drinck von der Theodor-Litt-Forschungsstelle.
"Die aktuellen politischen Diskussionen und der reklamierte Paradigmenwechsel zeigen einmal mehr, dass das Nachfragen bei Litt mehr als zeitgemäß ist. Es ist faszinierend, wie klar Litt die möglichen Gefahren und Probleme sieht und wie unverzichtbar es ist, alle Entscheidungen an die Kategorie ,Verantwortung‘ rückzukoppeln", sagt Professor Schulz.
Erstmals findet das Litt-Symposium im Universitätsarchiv (Prager Straße 6) statt, der Heimstatt des Nachlasses von Theodor Litt. Dieser umfasst insgesamt 20 laufende Meter Archivalien: Zeugnisse, Urkunden, Briefe, Manuskripte und andere Dokumente sowie zahlreiche Publikationen. Der Nachlass ist komplett Einzelblatt- und Digitalverzeichnet.
Anlässlich des 15. Theodor-Litt-Symposions erscheint unter dem Leitthema "Freiheit und Lebensordnung. Ein europäischer Diskurs über Demokratie" der dritte Sonderband zum Litt-Jahrbuch. Die öffentliche Präsentation erfolgt am 27. Oktober im Rahmen eines Akademischen Konzertes im Konferenzraum des Universitätsarchivs.
Programm:
http://www.uni-leipzig.de/~litt/wp-content/uploads/2011/07/Flyer-Litt-2011.pdf
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