Ist jemand schüchtern, kann es sich dabei um eine psychische Störung handeln. Doch nun soll ein Training Abhilfe schaffen. Psycholog/innen haben ein Aufmerksamkeitstraining entwickelt, das extreme soziale Ängste therapieren soll.
Krankhafte Schüchternheit - Psychologen sprechen von sozialer Angststörung oder sozialer Phobie - zählt zu den häufigsten psychischen Störungen: Schätzungen zufolge leidet jeder siebte Deutsche unter sozialen Ängsten. Psycholog/innen der Freien Universität haben gemeinsam mit Wissenschaftler/innen der Universität Bern ein Programm entwickelt, das krankhaft Schüchternen dabei helfen soll, ihre Ängste vor Peinlichkeit und Blamage sowie die damit verbundenen Beeinträchtigungen im privaten und beruflichen Alltag zu verringern. Die internetbasierte Therapie beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, denen zufolge krankhaft schüchterne Menschen in sozialen Situationen nur die negativen Dinge wahrnehmen. Durch gezieltes Aufmerksamkeitstraining soll die Wahrnehmung so verändert werden, dass soziale Situationen nicht mehr übermäßig bedrohlich erscheinen.Das internetbasierte Aufmerksamkeitstraining steht Betroffenen ab dem 14. Februar 2010 zur Verfügung. Das Training dauert dann vier Wochen. Die Wissenschaftler/innen erhoffen sich Erkenntnisse darüber, ob das Aufmerksamkeitstraining im Internet ebenso gut wirkt wie eine herkömmliche Psychotherapie.
Johanna Böttcher, Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie der Freien Universität, Telefon: 030 / 838 " 56569, E-Mail: johanna.boettcher [a] fu-berlin (p) de