,,Ästhetik der Forschung - Ornamente des Wissens": Das Museum der Universität Tübingen legt mit einem öffentlichen Symposion die Grundlage für seine Jahresausstellung 2013.
Welche Rolle spielt Ästhetik in der Wissenschaft?
Theorie müsse nicht wahr sein, sondern vielmehr schön, behauptete der Physiker Werner Heisenberg. Sein Diktum belegt, wie sehr Erkenntnisinteresse und Forschungsmotivation vom ästhetischen Empfinden des Wissenschaftlers abhängig sind. Und es legt die Vermutung nahe, dass nicht nur Fragen, sondern auch Ergebnisse der Forschung durch ästhetische Kriterien bedingt sein könnten - für die Wissenschaftspraxis eine beunruhigende These, die rein rationalistischen Modellen des Erkenntnisgewinns widerspricht.
Diesem Thema widmet sich das fächerübergreifende Symposion ,,Ästhetik der Forschung - Ornamente des Wissens" des Museums der Universität Tübingen MUT, das am 22. und 23. Juni in der Alten Aula der Universität Tübingen stattfindet. Die durch die Erika-Völter-Stiftung finanzierte, öffentliche Veranstaltung dient als Startschuss und Vorbereitung des MUT-Jahresthemas ,,Ästhetik der Forschung - Ornamente des Wissens", dessen Ziel eine ,,schöne" forschende Ausstellung im Sommersemester 2013 sein wird.
Das Symposion beleuchtet das Verhältnis von Forschung und ästhetischem Empfinden wissenschaftshistorisch und erkenntnistheoretisch sowie anhand von Beispielen. Es soll Perspektiven über die fachspezifischen Kontexte der Exponate hinaus eröffnen und den Dialog zwischen metawissenschaftlicher Betrachtung, den natur- und geisteswissenschaftlichen Einzeldisziplinen sowie der Öffentlichkeit befördern. Das Plakat zur Ausstellung (s. Anlage) zeigt einen Versuch des Tübinger Physikers Claus Jönsson, das vor einigen Jahren von einer Fachzeitschrift zum schönsten physikalischen Experiment der Menschheit gewählt wurde.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.
Informationen: www.unimuseum.uni-tuebingen.de/Folder-Symposion-Aesthetik-web.pdf oder www.unimuseum.org
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