„Siemens- Forschungsbereich“ an der RWTH Aachen startet
Die unter dem Begriff „Seltene Erden“ zusammengefassten Materialien sind wichtige Rohstoffe in Schlüsseltechnologien und High-Tech-Produkten. Auch die Siemens AG verwendet Seltene Erden für eine Vielzahl ihrer Produkte, so beispielsweise für industrielle Antriebe, Generatoren in Windkraftanlagen oder moderne Medizintechnik-Geräte.
In den derzeit angewandten Verfahren zum Abbau und zur Gewinnung von Seltenen Erden liegen nennenswerte Optimierungspotentiale hinsichtlich Nachhaltigkeit und langfristiger ökologischer Verträglichkeit. Zur dauerhaften Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit diesen für die High-Tech-Industrien essentiellen Metallen müssen daher neben den Lagerstätten selbst auch die Verfahren und Prozesse der Gewinnung der Seltenen Erden in den Fokus genommen werden. Diese hochaktuellen Fragestellungen greifen Siemens und die RWTH jetzt in dem neu eingerichteten gemeinsamen Forschungsbereich auf. Zielsetzung ist, Methoden und Verfahren zur umweltfreundlichen und effizienten Bereitstellung von Seltenen Erden für Permanentmagnete zu entwickeln. In insgesamt vier Themenclustern geht es dabei unter anderem um die sichere Bewertung von alternativen Lagerstätten, um die Entwicklung nachhaltiger Verfahrensweisen zur Gewinnung und Extraktion der Metalle, um Lebenszyklus- Analysen bei der Gewinnung von Seltenen Erden sowie um die Erarbeitung effizienter Methoden zum Recycling Seltener Erden. Beteiligt sind vier Lehrstühle der RWTH, das Forschungszentrum Jülich sowie Experten des Siemens-Sektors Industry. Die inhaltliche Koordination des Forschungsvorhabens liegt auf Seiten der RWTH bei Dr.-Ing. h. c. Bernd Friedrich, Leiter des Instituts „IME Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling“; bei Siemens übernimmt Dieter Wegener, Leiter der Vorfeldentwicklung im Industry Sector, die Abstimmung der beteiligten Geschäftsbereiche.
Als Modell für die neue Kooperationsform „Siemens-Forschungsbereich (SFB)“ diente das DFG-Förderinstrument „Sonderforschungsbereich (SFB)“. Als SFB gefördert werden langfristig orientierte, anspruchsvolle Forschungsprogramme zu innovativen Themen und Fragestellungen, die in einer interdisziplinären Perspektive bearbeitet werden. „Auch in innovativen Unternehmen, insbesondere in so stark technologiegerichteten wie Siemens, gibt es langfristig ausgerichtete Forschungsthemen, die sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientierte Bereiche umfassen. Diese lassen sich am besten in Kooperation mit hochkarätigen Partnern aus der Wissenschaft bearbeiten. Daher haben wir das SFB-Modell daraufhin analysiert, was wir daraus lernen können für die Gestaltung unserer Forschungspartnerschaften“, so Wegener. Gemeinsam mit den beteiligten Professoren der RWTH Aachen wurde der Siemens-Forschungsbereich - kurz SFB genannt - inhaltlich und konzeptionell ausgestaltet.
Die RWTH Aachen ist eine von weltweit acht strategischen Partneruniversitäten im Programm „Siemens Center of Knowledge Interchange“ mit dem Kürzel CKI. Ziel des CKI-Programmes ist der Aufbau und die Förderung eines F&E-Netzwerks zwischen den beteiligten Einrichtungen, sowie die Identifikation und Bearbeitung von gemeinsamen Forschungsthemen. „Unsere langjährige, enge Zusammenarbeit mit der RWTH im Rahmen des CKI-Programms stellt eine wichtige Voraussetzung dafür dar, den Siemens-Forschungsbereich Seltene Erden an der Aachener Hochschule einzurichten. Neben der ausgewiesenen fachlichen Exzellenz der RWTH-Wissenschaftler war es für uns besonders wichtig, einen verlässlichen, in der Zusammenarbeit mit Siemens erprobten Partner ins Boot zu holen“, so Siegfried Russwurm, CEO des Sektors Industry bei Siemens und Schirmherr der CKI-Partnerschaft mit der RWTH Aachen.
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