Schnelltest für Scharka-Virus

Hoch ansteckender Erreger befällt Obstbäume

Abgestorbene Blätter, fleckige Dellen oder frühzeitiger Abfall der Früchte - das Scharka-Virus (Plum pox virus) ist für Obstbauern ein wirtschaftliches Risiko. Das hoch ansteckende Virus befällt Steinobst wie Pflaumen, aber auch Pfirsiche und Aprikosen. Es wird durch Blattläuse oder Veredeln übertragen und breitet sich epidemisch aus. Um weitere Ansteckung zu verhindern, müssen befallene Bäume deshalb gefällt und vernichtet werden. Ein Forscherteam um den LMU-Botaniker Professor Thilo Fischer und Professor Dieter Treutter von der TU München hat nun einen Schnelltest für das Virus entwickelt. Mithilfe molekularbiologischer Verfahren können sie in kürzester Zeit das Erbmaterial des Virus in den Blättern von Obstbäumen nachweisen. Sind Zwetschgen, Pfirsiche oder Aprikosen einmal mit dem Virus infiziert, müssen sie gerodet werden, denn eine Bekämpfung ist nicht möglich. Mit dem Schnelltest kann die Quarantäne-Krankheit zwar nicht verhindert, aber eingedämmt werden. (Annals of Applied Biology, November 2011) 

Das hoch ansteckende Scharka-Virus (Plum pox virus) ist für Obstbauern ein wirtschaftliches Risiko und die wichtigste Erkrankung bei Steinobst. Der Erreger wird durch Blattläuse oder Veredeln übertragen und breitet sich epidemisch aus. Um weitere Ansteckung zu verhindern, müssen befallene Bäume gefällt und vernichtet werden. Auf etwa 10 Milliarden Euro schätzen Experten die dadurch weltweit entstandenen wirtschaftlichen Schäden. Verfahren zur Früherkennung können die Ausbreitung des Virus eingrenzen - dazu müssen sie aber schnell, einfach anwendbar und kostengünstig sein. Professor Thilo Fischer, Botaniker an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, hat zusammen mit Professor Dieter Treutter, Michael Neumüller und Johannes Hadersdorfer von der TU München nun einen Schnelltest für das Scharka-Virus entwickelt.

Der sogenannte Blue-LAMP-Test beruht auf dem Nachweis des Erbmaterials des Scharka-Virus, der Ribonukleinsäure (RNA), in den Zellen der Pflanzen. Grundlage dafür ist das molekularbiologische LAMP-Verfahren (loop-mediated isothermal amplification), das auch in der Humanmedizin verwendet wird. Hier nun wurde dieses Verfahren mit einer einfachen RNA-Extraktionsmethode und einem Farbnachweis kombiniert - die Farbe der Probe wechselt bei positivem Nachweis von violett nach hellblau. Von der Probennahme an der Pflanze bis zum Ergebnis vergehen etwa zwei Stunden. Damit ist der Blue-LAMP-Test etwa dreimal schneller als andere Nachweisverfahren für das Scharka-Virus, zudem hochempfindlich und ohne apparativen Aufwand möglich. Der Test lässt sich auf andere Pflanzenkrankheiten anwenden, etwa Infektionen mit Kartoffel- oder Tomatenviren. (TU/suwe)

Publikation:
Fast and reliable detection of Plum pox virus in woody host plants using the Blue LAMP protocol.
Hadersdorfer, J., Neumüller, M., Treutter, D., Fischer, T.C.
Annals of Applied Biology, November 2011
DOI: 10.1111/j.1744-7348.2011.00510.x
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aab.2011.159.issue-3/issuetoc

 
Logo Careerjet