Fossiler "Anden-Geist" beendet Forscherstreit

Schädel eines Geists: Dies sind die ältesten momentan bekannten fossilen Schädel eines Gürteltiers. (c) Universität Bonn
Älteste fossile Gürteltier-Schädel schlummerten unbeachtet in Pariser Museum
Paläontologen der Universität Bonn haben zusammen mit Kollegen aus Paris, Poitiers und Cambridge die bislang ältesten fossilen Schädel eines Gürteltiers entdeckt. Die 26 Millionen Jahre alten Überreste hatten Jahrzehnte lang unbeachtet im Pariser Museum für Naturgeschichte geschlummert. Der Fund löst einen Widerspruch, an dem sich Evolutionsforscher schon lange stoßen: Nach genetischen Analysen sollte die entsprechende Gürteltier-Unterfamilie der Tolypeutinae vor rund 29 Millionen Jahren entstanden sein. Die bislang ältesten fossilen Überreste dieser Tiergruppe waren aber gerade einmal 12 bis 14 Millionen Jahre alt. Es klaffte also eine riesige Lücke im Fossilbericht, die die Forscher nun mit ihrer Entdeckung schließen. Die Ergebnisse sind in den Proceedings of the Royal Society B erschienen (doi: 10.1098/rspb.2010.2443).
In den Magazinen vieler Museen harren noch ungeahnte Schätze ihrer Entdeckung. Einen davon hat Dr. Guillaume Billet nun gehoben: Bei seiner Doktorarbeit stieß er im Naturhistorischen Museum in Paris auf fossile Schädelfragmente, die ein Forscherteam 30 Jahre zuvor aus Bolivien mitgebracht hatte. Seitdem hatten sie unbeachtet im Archiv geschlummert.
Billet, inzwischen Postdoktorand am Steinmann-Institut der Uni Bonn, hat diesen Fund zusammen mit Kollegen aus Frankreich und Großbritannien genauer analysiert. Demnach stammen die versteinerten Überbleibsel von einer bislang nicht beschriebenen Gürteltier-Gattung. Das ist eine kleine Sensation, denn fossile Zeugnisse der gepanzerten Säugetiere sind bislang äußerst rar.Geister-Linie im FossilstammbaumDr. Guillaume Billet
Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie
Universität Bonn
Telefon: 0228/73-9365
E-Mail: gbillet [a] uni-bonn (p) de
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