Forschungstag der Leipziger Ägyptologie jährt sich zum 40. Mal

Forschungstag der Leipziger Ägyptologie jährt sich zum 40. Mal

40 Jahre Erkenntnisse aus dem alten Ägypten: Am Donnerstag, dem 26. Mai 2011, versammeln sich bereits zum 40. Mal Ägyptologen der Berliner und Leipziger Universitäten, Akademien und Museen zum Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse und -projekte. Die "Neuen Forschungen zur ägyptischen Kultur und Geschichte" finden in diesem Jahr in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig statt.

Zeit: 26.05.2011, 10:30 Uhr
Ort: Sächsische Akademie der Wissenschaften (SAW)
Karl-Tauchnitz-Straße 1
04107 Leipzig

Die Themen des Forschungstags sind weit gefächert und reichen vom "Dinner for One", einer Studie über Speisen der Verstorbenen, die die Lebenden den Toten als Opfer darbrachten; über aktuelle Ausgrabungen in spätzeitlichen Monumentalgräbern am westlichen Nil und im Grab des Nebanensu bis hin zu neuen Erkenntnissen aus der Forschung zur ägyptischen Sprache. Vier antike Briefe aus dem Sommer des Jahres 760 n. Chr., die auf jüngsten Ausgrabungen in Qasr Ibrim im heutigen Sudan gefunden wurden, sind Gegenstand des Vortrags "Der Briefträger wird Ihnen alles erläutern".

Einen Höhepunkt verspricht das Abendprogramm: Um 18:15 Uhr findet im Hörsaal 8 der Leipziger Universität der alljährliche Festvortrag statt, die mittlerweile 22. Siegfried-Morenz-Gedächtnisvorlesung zum Andenken an den bedeutenden Leipziger Ägyptologieprofessor (1914-1970). In diesem Jahr spricht Prof. Heinz-Josef Thissen aus Köln/Bonn über neue Erkenntnisse zur "Schönen Literatur" im Demotischen, der Sprachstufe des Ägyptischen zwischen dem siebten vorchristlichen und fünften nachchristlichen Jahrhundert. Dazu wird er die Forschung von Siegfried Morenz in den Mittelpunkt rücken und prüfen, wie sich unser Kenntnisstand seither entwickelt hat. Der Titel des Vortrags lautet: "‚...an Wechselwirkungen hat es nicht gefehlt.' Siegfried Morenz und die demotische Literatur."

Zum Ausklang erwartet das Tagungspublikum ein Empfang im Ägyptischen Museum im Krochhochhaus.

Programm und weitere Informationen unter:
www.saw-leipzig.de/aktuelles/einladungen/neue-forschungen

Hintergrundinformationen zum Tagesprogramm in der Akademie

Den Auftakt absolviert Anja Hilbig, Doktorandin der Universität Leipzig. Sie spricht über aktuelle Ausgrabungen im Grab des Nebanensu, Kapitän des Hohenpriesters des Amun in Dra Abu el Naga (Theben). Weitere Grabungen am westlichen Nilufer präsentiert Dr. Julia Budka (Humboldt Universität Berlin/Universität Wien) mit ihrem Beitrag über spätzeitliche Monumentalgräber im Asasif.
Den Vormittag beschließt das Projekt von Dr. Jan Moje (Freie Universität Berlin, Exzellenzcluster Topoi). Er analysiert lokale Machträume und regionale Machthaber im Ägypten der Dritten Zwischenzeit im ersten vorchristlichen Jahrtausend.

Mit Marc Brose (Leipzig) und Dr. Daniel Werning (Humboldt Universität Berlin) konnten zwei Vortragende gewonnen werden, die sich mit der ägyptischen Sprache auseinandersetzen. Während Brose Verbalformen in den dokumentarischen Texten des Mittleren Reichs untersucht, geht es Werning darum, eine funktionale Typologie ägyptischer Klassifikatoren dem Publikum vorzustellen und zu diskutieren.
Joost Hagen aus den Niederlanden arbeitet seit 2010 in Leipzig. Sein Referat schildert vier antike Briefe aus dem Sommer des Jahres 760 n. Chr., die auf jüngsten Ausgrabungen in Qasr Ibrim im heutigen Sudan gefunden worden sind: "Der Briefträger wird Ihnen alles erläutern". Anke Weber von der Freien Universität Berlin lädt zum "Dinner for One". Dahinter verbirgt sich ihre Studie über die Speisen der Verstorbenen, die die Lebenden den Toten als Opfer darbrachten.

 
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