Chemielehrer-Fortbildungszentrum Leipzig-Jena besteht seit fünf Jahren
9 November 2011 - UNI-LEIPZIG
Das Chemielehrer-Fortbildungszentrum Leipzig-Jena feiert in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen. Das im Bereich Chemiedidaktik der Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig und in der Arbeitsgruppe Chemiedidaktik der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena angesiedelte und von Rebekka Heimann geleitete Fortbildungszentrum wurde 2006 gegründet. Seither sind mehr als 5.000 Teilnehmer registriert worden.
Die Anzahl an Fortbildungen pro Jahr hat seit 2006 stark zugenommen, wie Heimann mitteilte. Waren es zu Beginn etwa 50 Fortbildungen, wurden allein 2011 - dem "Jahr der Chemie" - bisher über 90 angeboten. Die Einrichtung ist eines von deutschlandweit sieben Chemielehrerfortbildungszentren der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Weitere Förderer sind der Fonds der Chemischen Industrie, das Sächsische Staatsministerium für Kultus sowie die Universitäten Leipzig und Jena.
Der Chemieunterricht wird von vielen Schülern als wenig interessant bewertet. Außerdem zeigen sich bei Studien oft Verständnisschwierigkeiten bezüglich chemischer Inhalte. Dies ist nicht zuletzt auch im Hinblick auf den beginnenden Fachkräftemangel problematisch. Das Chemielehrer-Fortbildungszentrum will diesen Entwicklungen entgegen wirken, indem es Chemie- und Grundschullehrern für den Sachkundeunterricht die Möglichkeit vielfältiger Fortbildungen bietet. Die Lehrer lernen dabei motivierende Unterrichtskonzepte, interessante und aussagefähige Experimente, aktuelle Entwicklungen in Chemie und chemischer Industrie sowie neuere Erkenntnisse der chemiebezogenen Lehr- und Lernforschung kennen.
Grundschullehrer informieren sich beispielsweise über die Stärke(n) der Kartoffel. Gymnasial- und Mittelschullehrer beschäftigen sich unter anderem mit dem "Chemiker als Koch". Das Zentrum kooperiert beispielsweise mit dem Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, dem Botanischen Garten der Universität Leipzig und den Stickstoffwerken Piesteritz. Schüler werden auch direkt über Schülervorlesungen und Schülerpraktika angesprochen. Außerdem werden Werksbesichtigungen und Lehrerkongresse - letztere gemeinsam mit dem Verband der Chemischen Industrie Nordost - organisiert. In vielen Fortbildungen können die teilnehmenden Lehrer neue Experimente im Labor selbst ausprobieren. Durch ausgeteilte Skripte und CD's mit Arbeitsmaterialien kann das Gelernte ohne viel Vorarbeit direkt im Chemieunterricht umgesetzt werden.
Einzugsbereich des Fortbildungszentrums sind die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 1800 Grundschulen, 865 Mittel-, Regel- und Sekundarschulen, 340 Gymnasien sowie 500 Berufsschulen, wobei die Fortbildungen in Thüringen von Volker Woest (Universität Jena) betreut werden. Die Kurse finden an den Universitäten Leipzig und Jena, an der Hochschule Merseburg und an Schulen in den Regionen statt, letzteres um auch Lehrkräfte zu erreichen, die den zum Teil weiten Weg zu den Hochschulen scheuen.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich eine enge Zusammenarbeit mit der Chemischen Industrie, dem Verband der Chemischen Industrie Nordost, anderen Universitäten, Schulen, Bildungsagenturen und dem Bildungsinstitut des Freistaates Sachsen sowie entsprechenden Institutionen in Sachsen-Anhalt und Thüringen entwickelt.
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