Züchtung ändert Gene stärker als Gentechnik
Risiken und Chancen der Grünen Gentechnik - die Anwendung gentechnischer Verfahren bei der Züchtung von Pflanzen - werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Die Furcht, dass unbeabsichtigte Veränderungen auftreten und die menschliche Gesundheit negativ beeinflussen könnten, spielt dabei eine große Rolle. Forschende konnten jetzt nachweisen, dass Pflanzen durch konventionelle Züchtung stärker verändert werden als durch Gentechnik.
Für das Projekt entwickelten Forschende gentechnisch veränderte Gerstensorten, die entweder ein fremdes Chitinase oder ß-Glucanase-Gen enthielten. Ziel dieser Veränderungen war zum einen eine bessere Pilzresistenz und zum anderen die Verbesserung der Futtermitteleigenschaften der Gerstenkörner. Der Einfluss dieser Veränderungen auf die Wechselwirkung mit nützlichen Bodenorganismen wurde anschließend in Feldversuchen untersucht. Im Labor wurde dann analysiert, inwieweit die gentechnischen Veränderungen einen Einfluss auf die Inhaltsstoffe und die Genaktivität der Gerstenpflanzen haben.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Aktivität der Gene und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe zwischen zwei Sorten stark unterschieden: So waren in den Gerstensorten "Golden Promise" und "Baronesse" über 1'600 Gene unterschiedlich aktiv. Die Funktionen dieser Gene sind zu einem größeren Teil nicht bekannt. Demgegenüber waren in den gentechnisch veränderten Gerstenpflanzen im Vergleich zu den nicht veränderten Pflanzen nur wenige Gene in ihrer Aktivität beeinflusst. Auch die Wechselwirkungen mit nützlichen Bodenorganismen wurden durch die gentechnische Veränderung nicht eingeschränkt. Die an der Universität Erlangen durchgeführte Studie leistet somit einen wichtigen Beitrag zu einer realistischen Einschätzung der Risiken der Grünen Gentechnik.
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