Vom Alten Testament bis Avatar
Mit dem aus der Antike stammenden Nachahmungskonzept in der Kunst – der Mimesis – beschäftigt sich eine Vorlesungsreihe, die im Sommersemester 2010 an der Universität Heidelberg stattfindet. Kulturwissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen beleuchten diese grundlegende Kategorie abendländischer Kunst im Spiegel von Literatur und Malerei. Das Spektrum der behandelten Werke reicht vom Alten Testament über die Bilder der Renaissance bis hin zu aktuellen Filmen wie „Avatar“. Eröffnet wird die Reihe „Mimesis – Bild und Erzählung“ am 21. April 2010 mit einem einleitenden Vortrag von Prof. Dr. Jonas Grethlein vom Seminar für Klassische Philologie, der zusammen mit Prof. Dr. Tonio Hölscher vom Institut für Klassische Archäologie diese Ringvorlesung konzipiert hat. Die Vorträge finden jeweils mittwochs im Hörsaal 5 der Neuen Universität (Universitätsplatz) statt und beginnen um 18 Uhr.
Der Begriff Mimesis bezeichnet im Sinne der Poetik des Aristoteles das Prinzip der nachahmenden Darstellung in den Künsten. Beginnend mit Platon sind jedoch Konzepte der Mimesis immer wieder in Frage gestellt worden. Besonders seit dem 18. Jahrhundert unterlaufen der Geniegedanke, der romantische Kult der Phantasie oder die These von der Autonomie der Künste die Idee der Nachahmung, die bis in die Gegenwart weiter an Bedeutung verloren hat. In der Ringvorlesung gehen Heidelberger Forscher und auswärtige Wissenschaftler auch der Frage nach, welche Bedeutung Mimesis-Konzepte für die heutigen Kulturwissenschaften haben können.
Kontakt:
Prof. Dr. Jonas Grethlein
Seminar für Klassische Philologie
Telefon (06221) 54-2262
jonas.grethlein [a] skph.uni-heidelberg (p) de
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