Elektrisierende Erkenntnisse - Genetische Faktoren des Herzschlag-Impulses identifiziert
16 November 2010 - UNI-MUENCHEN
Im Rahmen einer groß angelegten internationalen Kooperation mit mehr als 100 beteiligten Forschern konnten nun mehr als zwanzig, bis dato weitgehend unverdächtige Regionen im Genom identifiziert werden, die die Übertragung elektrischer Impulse als Auslöser für den Herzschlag beeinflussen. Diese Ergebnisse stammen aus der Analyse der Daten von fast 50.000 Studienteilnehmern, die das Forscherteam unter der Leitung von Dr. Nona Sotoodehnia, University of Washington, Privatdozent Dr. Stefan Kääb von der LMU München und Dr. Dan E. Arking von der Johns Hopkins University in Baltimore durchführte. Die Resultate könnten dazu beitragen, die Entwicklung von Herzproblemen besser zu verstehen. (Nature Genetics online, 14. November 2010) Im gesunden Herzen pflanzen sich die elektrischen Signale von spezialisierten Muskelzellen aus fort, wandern durch den Herzmuskel und lösen dessen rhythmische Kontraktionen aus. Treten Störungen bei der Impulsweiterleitung auf, muss ein implantierter Schrittmacher die elektrischen Signale aussenden, sonst drohen Herzmuskelschwäche und der plötzliche Herztod. Seit Längerem ist bekannt, dass auch genetische Faktoren die elektrischen Aktivität im Herzen steuern, etwa die Übertragung der Signale - wie auch die mehr als zwanzig nun neu identifizierten Regionen im Genom.Einige dieser genetischen Faktoren beeinflussen die vorgeburtliche Entwicklung des Herzens. ‘Laufen diese Prozesse nicht wie vorgesehen ab, kann es zu Fehlbildungen des Herzens kommen’, berichtet Kääb. Insgesamt könnten diese Ergebnisse helfen, die komplexen biologischen Signalwege und die molekulare Genetik der Signalübertragung im Herzen besser zu verstehen. Damit, so hoffen die Forscher, ließen sich möglicherweise auch Einsichten in die molekularen Grundlagen von Defekten gewinnen, die für die Betroffenen lebensgefährlich sein können. Die Analyse entstand in enger Zusammenarbeit mit Forschern der TU München und des Helmholtz Zentrums München sowie mit Beiträgen aus über 50 internationalen Forschungseinrichtungen. Gefördert wurde das Projekt an der LMU unter anderem durch das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Investitionsfonds im Rahmen der Exzellenzinitiative der LMU. (suwe)Publikation:
Common variants in 22 loci are associated with QRS duration and cardiac ventricular conduction
Sotoodehnia N, et al.,
Nature Genetics online, 14 Nov 2010
Common variants in 22 loci are associated with QRS duration and cardiac ventricular conduction
Sotoodehnia N, et al.,
Nature Genetics online, 14 Nov 2010
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