Der eigene Klingelton wird immer gehört
Wissenschaftler der Universität Leipzig haben jetzt heraus gefunden, dass auf den Klingelton des eigenen Handys sehr viel schneller als auf fremde Klingeltöne reagiert wird. Sie wiesen nach, dass deutlich mehr Neuronen sowohl im auditorischen Kortex als auch in den vorderen Abschnitten des Großhirns aktiviert werden. Das wurde jetzt im "Journal of Neuroscience" veröffentlicht.
Die so aufgezeichnete Hirnantwort wurde dann mit der Reaktion auf fremde Handytöne verglichen. Es zeigte sich, dass die Testpersonen auf das eigene Klingeln bereits nach 40 Millisekunden reagierten, bedeutend früher als auf das Klingeln fremder Handys. Diese Ergebnisse wurden auch nicht davon beeinträchtigt, wenn der Klingelton z. B. während eines Filmes gesendet und ignoriert wurde.
"Unserer Ansicht nach zeigen die Ergebnisse wie sehr das menschliche Gehirn in der Lage ist, Verknüpfungen und die Kommunikation zwischen Neuronen erfahrungsabhängig zu verändern.", sagt Frau Roye. Die Wissenschaftler nehmen nun an, dass wahrgenommene Reize sehr schnell mit einer Art Schablone abgeglichen werden können, eventuell bevorzugt in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangen und eine schnelle Reaktion veranlassen können. "In zukünftigen Studien soll diesem Zusammenhang weiter nachgegangen werden", sagt Prof. Schröger.Die Arbeit ist erschienen in: Roye, A., Schröger, E., Jacobsen, T., & Gruber, T. (2010). Is My Mobile Ringing? Evidence for Rapid Processing of a Personally Significant Sound in Humans. Journal of Neuroscience, 30(21), 7310-7313.
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