
Infrarot von fernen Galaxien
Infrarotlicht erreicht uns aus allen Richtungen. Beobachtet man den Himmel mit Infrarotkameras, so schimmert daher der gesamte Himmel im Infrarotlicht. Wissenschaftler/innen haben nun diese schwache kosmische Strahlung mit dem PACS-Instrument an Bord des europäischen Weltraumteleskops Herschel in einzelne Quellen aufgelöst. Diese Ergebnisse versprechen ein besseres Verständnis von der Entwicklung der Milchstraßensysteme.
Mitte der 1990er-Jahre entdeckten Wissenschaftler/innen mit dem amerikanischen COBE-Satelliten ein schwaches Glimmen im Infrarotbereich des elektromagnetischen Spektrums. Sie erreicht die Erde aus allen Himmelsrichtungen mit derselben Intensität. Die Forschenden vermuteten, dass es sich um die Strahlung vieler Galaxien des frühen Universums handelt, die etwa die gleiche Energiemenge im Infrarotbereich abgeben, wie wir sie auch im sichtbaren Licht von ähnlich weit entfernten Sternsystemen empfangen.
Bisher konnten die Satelliten-Observatorien im kosmischen Hintergrund lediglich das ferne Infrarotlicht der hellsten Galaxien registrieren. Um Informationen über die schwächeren Objekte zu erhalten, mussten sich die Astronomen auf indirekte Nachweise durch Beobachtungen bei kürzeren Wellenlängen verlassen.
Der im Mai 2009 gestartet Satellit Herschel der europäischen Raumfahrtbehörde ESA beherbergt das größte jemals gebaute Weltraumteleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 3,5 Metern. Das Bordinstrument PACS macht detailreiche Bilder des Himmels bei Wellenlängen von 70 bis 160 Mikrometer (tausendstel Millimeter) - genau in jenem Bereich, in dem der kosmische Infrarothintergrund am hellsten strahlt.
"Nach der Testphase unseres Instruments konnten wir es kaum noch erwarten, die ersten tiefen Beobachtungen im fernen Infrarot zu machen", sagt Albrecht Poglitsch vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München und leitender PACS-Wissenschaftler.
Während insgesamt 30 Stunden im Oktober beobachtete PACS einen kleinen Himmelsausschnitt im Großen Wagen, etwa ein Viertel so groß wie die Fläche des Vollmonds. "Schon mit diesen ersten Beobachtungen gelang es uns, etwa 60 Prozent des kosmischen Infrarothintergrunds in einzelne, gut nachgewiesene Quellen aufzulösen", sagt Dieter Lutz vom wissenschaftlichen Konsortium aus fünf europäischen Instituten, die diese Daten gesammelt haben.
Die Messungen seien indes nur der Anfang. "Wir werden bald noch empfindlichere Beobachtungen haben. Damit können wir im Detail verstehen, in welcher Phase der Entwicklung des Alls wir diese Galaxien finden und was ihre Eigenschaften sind", sagt Lutz.
Kontakt
Dr. Dieter Lutz, Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching, Tel.: +49 89 30000-3614, E-Mail: lutz [at] mpe.mpg.de
Dr. Albrecht Poglitsch, Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching, Tel.: +49 89 30000-3293, E-Mail: alpog [at] mpe.mpg.de
Last job offers
- Law - 21.5
Doctoral Programme at the Law School of the University of Basel - Earth Sciences - 26.4
PhD Thesis in Geomicrobiology, Institute for Geosciences, University of Tübingen - Literature - 23.5
Professur für italienische und französische Literaturwissenschaft im FB 05 - Romanisches Seminar - Literature - 23.5
Professur für italienische und französische Sprachwissenschaft im Fachbereich Philosophie und Philologie... - Pedagogy - 23.5
Professur für Didaktik der Romanischen Sprachen / Literaturen im FB 05 - Romanisches Seminar - Media Sciences - 23.5
Professur (W2, befristet auf 5 Jahre) für Medienkulturwissenschaft - Pedagogy - 23.5
Professur (W3) für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Empirische Bildungsforschung - Literature - 23.5
Vertretung der Professur für Übersetzungswissenschaft: Englisch (W2)




» Share this page: