«sonRAIL» nimmt sein operatives Geschäft auf

Eisenbahnlärm gehört bei vielen Menschen zum Alltag. Doch gerade Anwohner/innen leiden oft unter dem Lärm. Die EMPA hat ein Berechnungsmodell entwickelt, das es erlaubt, Eisenbahnlärm zu quantifizieren. Das Modell kommt in diesen Tagen zur Anwendung.
Lärm stört und kann krank machen. Will man aber Lärm eindämmen, benötigt man genaue Angaben über Lärmquelle und -intensität. Zumindest bei Eisenbahnlärm wird das nun möglich dank dem Berechnungsmodell «sonRAIL», das von Empa-Wissenschaftler/innen in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forschungsteam entwickelt wurde.
Das Modell ermöglicht es, die Lärmquellen von Zügen mit äusserst hoher Genauigkeit zu lokalisieren und zu quantifizieren. Ebenfalls kann mit diesem Berechnungssystem die Wirksamkeit verschiedener Lärmschutzmassnahmen prognostiziert werden. «sonRAIL» besteht aus zwei verschiedenen Modellen: einem Emissionsmodell, das die Schallentstehung und die Abstrahlung des Lärms beschreibt, und einem Ausbreitungsmodell, das die Dämpfung von der Schallquelle zum Empfänger berechnet.
«sonRAIL» nimmt per Ende September sein operatives Geschäft auf. Auftraggeber für das Projekt war der Bund: Er möchte damit fundierte Grundlagen für Schallschutzmassnahmen erhalten. Ebenso wird eine europaweite Harmonisierung der Lärmberechnung angestrebt. Die Dienstleistung von «sonRAIL» steht aber auch Gemeinden und anderen Interessierten zur Verfügung. Gemeinden beispielsweise wird die Berechnung von Eisenbahnlärm-Immissionen in bisher unerreichter Genauigkeit angeboten.
Dr. Jean-Marc Wunderli, Empa, Akustik und Lärmminderung, Tel. +41 44 823 47 48, jean-marc.wunderli [at] empa.ch
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