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Wo Hunde, Schakale und Fürsten ruhen
Wissenschaftler der Freien Universität untersuchen altägyptische Nekropole Assiut - Forschungsreise startet am 14. August 2010
Nr. 258/2010 vom 10.08.2010
Für die Dokumentation und Interpretation der altägyptischen Begräbnisstätte von Assiut brechen am 14. August Wissenschaftler der Freien Universität zu Forschungsarbeiten nach Ägypten auf. Das seit 2003 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte internationale Langzeitprojekt wurde mit einem Volumen von rund 700.000 - für weitere drei Jahre verlängert. Bisher war das Projekt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angesiedelt. Mit dem Ruf von Grabungsleiter Professor Dr. Jochem Kahl an das Ägyptische Seminar der Freien Universität wird es nun paritätisch von beiden Universitäten verwaltet. Assiut gilt als besonders bedeutend für das kulturelle Erbe des Alten Ägypten.
In der Felsnekropole am Rande der heutigen Provinzhauptstadt finden sich neben monumentalen Fürstengräbern mit Inschriften und Bildprogrammen aus der Zeit von etwa 2100 bis 1900 v. Chr. auch Besuchergraffiti, die etwa 1500 bis 1200 v. Chr. entstanden sind. Spannend werden die Arbeiten im so genannten ’Hundegrab’, einer weit verzweigten Bestattungsanlage aus dem späten ersten Jahrtausend v. Chr.. Hier wurden Hunde, Schakale und andere Tiere niedergelegt, die mit den lokal verehrten Göttern in Hundegestalt, Upuaut und Anubis, in Verbindung gebracht wurden.Zwei Monate lang werden 26 Wissenschaftler und Studierende verschiedener Disziplinen sowie etwa 80 lokale Grabungsarbeiter, Inspektoren und Restauratoren des ägyptischen Antikendienstes die Hinterlassenschaften vom Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. bis in koptische und islamische Zeit untersuchen. Die Forschungsarbeiten des internationalen Projektes, an dem auch Wissenschaftler aus Japan und Polen beteiligt sind, erfolgen seit Beginn im Jahr 2003 in enger Zusammenarbeit mit der ägyptischen Universität Sohag. Zu dem Forscherteam gehören neben Ägyptologen und Archäologen auch Architekten und Bildende Künstler sowie Wissenschaftler der Zooarchäologie, Physischen Anthropologie, Geologie, Botanik und der Islamwissenschaften.
Neben der ersten umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung und Dokumentation der archäologischen Zeugnisse Assiuts ist das Ziel des Gesamtprojektes, den Nekropolenberg Gebel Asyut al-Gharbi auf seine zeitliche und qualitative Kontinuität über mehrere Jahrtausende hin zu betrachten.
Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen, Institut für Ägyptologie und Altorientalistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Telefon 06131 / 39-25005,
Sekretariat: 06131 / 39-22438, E-mail: verhoeve [a] uni-mainz (p) de
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