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Universität Leipzig stellt sich dem bundesweiten Exzellenz-Wettbewerb

Prof. Dr. Martin Schlegel überreichte die Anträge zur Exzellenzinitiative an Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlemer. Foto: S. Reichhold für Uni Leipzig.
"Die Konkurrenz ist hart, aber Leipzig braucht den Vergleich nicht scheuen", blickt Prof. Martin Schlegel zuversichtlich auf die zweite Phase der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern zur Förderung der Spitzenforschung. Der Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs hat die Antragsskizzen der drei aktuellen Leipziger Projekte persönlich der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst (SMWK) überreicht. Konnte sich die Universität Leipzig 2007 in der ersten Programmphase der Exzellenzinitiative mit der Graduiertenschulde Leipzig School of Natural Sciences - Building with Molecules and Nano-objects ("BuildMoNa") durchsetzen, will sie es nun auch in den anderen Förderlinien, mit zwei Exzellenzclustern und einem Zukunftskonzept. Darüber hinaus wird sie sich für eine Verlängerung der Graduiertenschule einsetzen.
Exzellenzcluster In dieser Förderlinie treten zwei ganz unterschiedliche Forschungsnetzwerke an, zum einen auf dem naturwissenschaftlich-medizinischen Gebiet, zum anderen auf dem geistes- und sozialwissenschaftlichen.Ein Antrag baut auf die bestehenden Stärken der Leipziger Regionalwissenschaften und Religionsforschung. Am Cluster "Säkularitäten und kulturelle Dynamik" beteiligen sich universitäre und außeruniversitäre Geistes- und Sozialwissenschaftler. Eng verknüpft erforschen sie die Wechselbeziehungen von religiösen und weltlichen Faktoren und die daraus resultierende kulturelle Dynamik in einem globalen und globalhistorischen Kontext. Das Forschungsprojekt trägt damit u.a. zum Verstehen, Vorbeugen und Lösen aktueller Konflikte bei. Unter dem Arbeitstitel "Zivilisationskrankheiten und Menschwerdung" haben sich für ein weiteres Exzellenzcluster universitäre Lebens- und Naturwissenschaftler sowie die Leipziger Max-Planck-Institute zusammengefunden. Gemeinsam wollen sie der Frage nachgehen, inwieweit Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Alzheimer zwangsläufige Produkte der menschlichen Evolution sind. Ziel ist es, mit diesem völlig neuartigen Ansatz die Ursachen dieser und anderer Krankheiten besser zu verstehen, sie somit gezielter behandeln oder idealer Weise sogar ganz verhindern zu können. Schon jetzt arbeiten viele Leipziger Forschergruppen an Zivilisationskrankheiten, ihren genetischen Ursachen, evolutionsbedingten Besonderheiten und Wechselwirkungen von Lebensstil und Umwelteinflüssen. Seit der vor kurzem geglückten Entschlüsselung des Erbmaterials früherer Menschenformen (z.B. des Neandertalers) durch Leipziger Wissenschaftler lassen sich solche Faktoren auch tatsächlich konkret identifizieren. Zusammen mit der Expertise aller drei Leipziger Max-Planck-Institute wird sich Leipzig weiter zu einem einzigartigen Standort für Forschung und Lehre in der Evolutionsbiologie des Menschen und Medizin von Zivilisationskrankheiten entwickeln. Zukunftskonzept Der Antrag für die dritte Förderlinie trägt den Titel "Leipzig: Lebensbedingungen. Diversität und Dynamik". Die Universität Leipzig präsentiert ihr Zukunftskonzept, in dem sich der Forschungsfokus der Universität und die Attraktivität des Standorts wider spiegeln. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Analyse und Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen aus naturwissenschaftlichen, lebenswissenschaftlichen und geistes- und sozialwissenschaftlichen Perspektiven. Die Uni Leipzig entwickelt die fachlichen Grenzüberschreitungen und interdisziplinären Kooperationen weiter. Mit ihrer Forschungsausrichtung nimmt sie zukunftsweisende Entwicklungen auf, wie den wachsenden Bedarf an der Entwicklung neuer intelligenter Materialien zur Lösung von Umwelt- und Energieproblemen, das sich wandelnde Umfeld für Gesundheitsforschung sowie den erhöhtem Beratungsbedarf für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durch eine neue globale Ordnung und dynamischen Wandel.
Die Universität Leipzig verfügt bereits über eine vergleichsweise sehr gute bauliche Struktur. Das Zukunftskonzept wird sie befähigen, den Spitzenrang unter den Forschungsstätten zu behaupten und immer komplexere Zukunftsfragen zu beantworten.
Das etablierte Leipziger Forschungsforum zur Koordinierung und Förderung der Kooperationen zwischen den Universitäten und den zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Leipzig sowie die Research Academy Leipzig, die als Dachstruktur aller strukturierten Promotionsprogramme bestmögliche Rahmenbedingungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses schafft, bieten ideale Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Vorhaben.
Was jetzt folgt, ist eine Begutachtungsphase aller eingereichten Antragsskizzen. Bis zum Frühjahr des kommenden Jahres werden die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat entschieden, welche Universitäten ihre Anträge weiter ausführen dürfen, um sich endgültig für die Exzellenzförderung zu empfehlen. Das abschließende Urteil wird dann im Frühjahr 2012 fallen. In der Exzellenzinitiative stehen insgesamt 2,7 Milliarden Euro Fördergelder zur Verfügung, für jeden Projektantrag jeweils zwischen 30 und 48 Millionen Euro verteilt auf 5 Jahre. http://www.zv.uni-leipzig.de/forschung/exzellenzinitiative.html
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