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"Laborjournal"-Ranking unterstreicht: Leipzig ist Zentrum für Evolutions- und Strukturbiologie
"Laborjournal"-Ranking unterstreicht: Leipzig ist Zentrum für Evolutions- und Strukturbiologie
Zwei aktuelle Ranglisten unterstreichen es: Leipzig ist zu einem Zentrum der Evolutions- und Strukturbiologie geworden, das nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern durchaus auch im internationalen Vergleich vorzeigbar ist. Deutlich wird das unter anderem daran, dass Peter Stadler, Professor für Bioinformatik am Institut für Informatik, in der Fachzeitschrift "Laborjournal" mit 2.731 Zitierungen und 76 Artikeln Platz 1 im Ranking für Strukturbiologie sowie mit 2.655 Zitierungen und ebenfalls 76 Artikeln den 2. Rang im Bereich Evolutionsbiologie einnimmt. Hinzu kommen weitere Zitierungen von Artikeln aus dem ausgewerteten Zeitraum von 2004 bis 2007, an denen Stadler oder Mitarbeiter seiner Professur maßgeblich mitgewirkt haben.
Hauptthema der viel zitierten Arbeiten waren und sind Ribonukleinsäuren und hier vor allem sogenannte nicht-kodierende RNAs (ncRNAs), also "Gene", die letztlich nicht für Proteine kodieren, sondern ihre Funktion bereits auf der Ebene des Transkripts, also der RNA, ausführen. Viele dieser ncRNAs bilden nach Stadlers Worten stabile Strukturen aus, die als Muster von Basenpaaren verstanden werden. "Diese Sekundärstrukturen können nun mit geeigneten Algorithmen effizient vorhergesagt werden, wie sie auch von meiner Arbeitsgruppe mitentwickelt werden; umgekehrt kann man die Konservierung der Struktur über lange evolutionäre Zeiträume - etwa innerhalb der Säugetiere oder gar innerhalb aller Wirbeltiere - benutzen, um neue RNA-Gene durch Vergleich von genomischen DNA-Sequenzen vorherzusagen", berichtet der Bioinformatiker aus seiner für den Laien nur schwer nachvollziehbaren Arbeit. Doch nicht nur mit seiner Arbeitsgruppe, auch im Zuge internationaler Zusammenarbeit entstanden zitierte Arbeiten. "Im Rahmen des ENCODE-Konsortiums, das die Charakterisierung aller Gene im menschlichen Genom zum Ziel hat, haben wir dazu beigetragen zu zeigen, dass Säugetiere unerwartet viele und unerwartet komplexe RNAs produzieren, von denen der Löwenanteil nicht für Proteine kodiert." Lohn der Mühen war ein Artikel im renommierten Fachblatt "Nature", der allein auf fast 760 Zitierungen kam.
Jörg Aberger
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