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Ökologisch philosophieren: Bauhaus-Studierende realisieren Gesprächspavillon

Studierende montieren das Dach des Pavillons (Quelle: Bauhaus-Universität Weimar, Professur Entwerfen und Tragwerkskonstruktion)
Studierende der Bauhaus-Universität Weimar haben in einer Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar für das Kolleg Friedrich Nietzsche einen experimentellen Gesprächspavillon aus nachwachsenden Rohstoffen konzipiert und gebaut.
Das an der Fakultät Architektur von Professor Rainer Gumpp und Professor Jürgen Ruth im Masterstudiengang „archineering“ initiierte und betreute Projekt zeigt, wie sich aus recycelbaren Materialien anspruchsvolle Architektur gestaltet lässt.
„Die Aufgabe für die angehenden Architekten und Bauingenieure im Sommersemester 2010 bestand darin, einen temporären, flexibel nutzbaren Pavillon für den Garten des Kollegs Friedrich Nietzsche in Weimar zu entwerfen“, erklärt Rainer Gumpp, Professor für Entwerfen und Tragwerkskonstruktion. Die Studierenden absolvierten zunächst ein vierwöchiges Seminar und reichten danach ihre Entwürfe ein. Von den zehn Vorschlägen wurde die Arbeit von Alexander Hollberg, Masterstudent im Studiengang archineering, von der Seminargruppe als Sieger gekürt. Der ausgewählte Entwurf beruht auf der Idee eines gleichseitigen Dreiecks und steht symbolisch für den Gesprächsgast, die Gedankenwelt Friedrich Nietzsches und den Ort Weimar. Mit einem modularen System aus Türen und Wandelementen macht Hollberg mehrere Raumvarianten in dem eingeschossigen Gebäude möglich. Zudem setzt er auf die wiederverwertbaren Materialien Pappe und Holz. „Weil der Pavillon sowohl ökonomisch und ökologisch, als auch in kurzer Zeit zu errichten und leicht zu transportieren sein sollte, habe ich mich für diese beiden Werkstoffe entschieden“, berichtet der 24-Jährige. Er entwarf Wandelemente aus ineinander gesteckter Wabenpappe, die wiederum von einem Holzrahmen umschlossen werden und ganz ohne Hilfsmittel wie Leim oder Schrauben auskommen. Eine transparente Folie sorgt dafür, dass das etwa 40 Quadratmeter große und 3,20 Meter hohe Gebäude regen- und wetterfest ist. Prof. Rainer Gumpp unterstreicht den experimentellen Charakter des Pavillons: „Aus architektonischer Sicht gibt es nur wenige Ansätze für Gebäude aus Pappstrukturen. Mit diesem Projekt können wir die Forschung daran vorantreiben, wie Pappe für tragende Elemente eingesetzt werden kann.“ Der Entwurf überzeugt nicht nur durch seine Nachhaltigkeit, sondern auch durch seinen ästhetischen Anspruch. Die elegante Wabenstruktur sorgt tagsüber für interessante Schattenspiele im Garten und wird nachts durch eine ausgeklügelte Beleuchtung effektvoll in Szene gesetzt. Nach der Eröffnung am 15. Juli 2010 steht das temporär zu nutzende Gebäude dem Kolleg Friedrich Nietzsche und seinen Gästen bis Oktober für Veranstaltungen und philosophische Workshops zur Verfügung. Weitere Informationen und Kontakt: Bauhaus-Universität Weimar
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen und Tragwerkskonstruktion
Prof. Rainer Gumpp
rainer.gumpp [a] uni-weimar (p) de
Tel.: +49 36 43 / 58 30 71
(13.07.2010)
Fakultät Architektur, Professur Entwerfen und Tragwerkskonstruktion
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Tel.: +49 36 43 / 58 30 71
(13.07.2010)
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