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„Jenseits von Shanghai“

Die große Leidenschaft des RWTH-Altrektors Eugen Flegler (1697-1981) kam erst bei der Sichtung seines Nachlasses zutage: etwa 600 Fotografien aus dem China Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts, mit denen er zu einem frühen Chronisten des Jangtsedeltas wurde. Von 1936 bis 1938 lehrte er als Professor für Elektrotechnik in Schanghai. Auf ausgedehnten Steifzügen durch das Land entstanden mit seiner Leica kostbare Dokumente des chinesischen Alltagslebens – und zugleich fotografische Augenweiden.
Fleglers Bilder entführen auf eine Zeitreise und eröffnen den Blick in eine ferne, untergegangene Welt. Nicoline Hake, Cord Eberspächer, Stefan Schomann und Walter Mayr haben für das Konfuzius-Institut der Universität Düsseldorf rund 100 dieser Fotografien zu einem jetzt erschienenen, beeindruckenden Bildband und einer Ausstellung zusammengestellt. Das Bürgerforum RWTHextern wird diese Zusammenstellung mit dem Titel „Jenseits von Schanghai. Eugen Fleglers Chinabilder 1936-1938“ im kommenden Wintersemester im Januar 2011 in Aachen präsentieren und so den Aachener Bürgern Zeitgeschichte in hoher ästhetischer Qualität vermitteln. Mit der Person Eugen Fleglers wird dabei auch ein Stück RWTH-Geschichte beleuchtet.

Eugen Flegler kam 1923 als erster Assistent zu Walter Rogowski nach Aachen, wo er an der Entwicklung des ersten leistungsfähigen Kathodenstrahl-Oszillographen beteiligt war und 1928 promovierte. Nach Habilitation an der TU München ging Flegler von 1936 bis 1938 nach China und lehrte an der staatlichen chinesischen Tongij-Universität und wurde dadurch einer der Pioniere des deutsch-chinesischen Wissenschaftsaustauschs. Er kehrte 1947 als Professor für Allgemeine und Theoretische Elektrotechnik an die RWTH zurück und wurde Direktor des Rogowski-Instituts. Von 1954 bis 1958 hatte er nacheinander das Amt des Rektors und eines Prorektors inne. Sein starkes Engagement in der akademischen Selbstverwaltung galt insbesondere dem Ausbau der Aachener Elektrotechnik zu einer eigenständigen Fakultät.

 
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