
Methankonzentration auf dem Mars: Die Grafik zeigt die berechneten Methankonzentrationen in parts per billion (ppb) auf dem Mars während des Sommers auf der Nordhalbkugel. Violett und blau weisen auf wenig Methan hin, rote Bereiche signalisieren große Mengen. [weniger]
Starke UV-Strahlung auf dem Roten Planeten setzt Methan aus organischem Material frei, das Meteoriten auf die Oberfläche mitbringen
Es war eine Sensation, als Wissenschaftler vor neun Jahren Methan in der Marsatmosphäre entdeckten. Für viele gilt das Gasvorkommen als klarer Hinweis für Leben auf dem unwirtlichen Planeten, da Methan auf der Erde vorwiegend durch biologische Vorgänge entsteht. Andere vermuten geologische Prozesse wie Vulkane als Ursache. Doch bis jetzt fehlt ein Beweis, was die tatsächliche Methanquelle ist. Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Universitäten in Utrecht und Edinburgh konnten jetzt zeigen, dass Methan aus einem Meteoriten entweicht, wenn man ihn unter Mars-Bedingungen mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Auf der Marsoberfläche treffen kontinuierlich Meteorite und interplanetarer Staub aus dem Weltall auf, die kohlenstoffhaltige Verbindungen mit sich bringen. Daraus schließen die Forscher, dass aus ihnen durch energiereiche UV-Strahlung Methan entsteht.
Seit Wissenschaftler im Jahr 2003 größere Mengen von Methan in der Mars-Atmosphäre identifizierten, wird viel über dessen Quelle spekuliert. Die bekannteste Hypothese besagt, dass Mikroorganismen das Methan bilden und es sich somit um ein Indiz für Leben auf dem Roten Planeten handelt. Eine andere vermutet die Ursache in geologischen Methanquellen im Marsinneren. Bisher kann jedoch keine der Theorien die große Menge von 200 bis 300 Tonnen Methan pro Jahr, die auf dem Mars Hochrechnungen zufolge produziert werden, schlüssig erklären.
Ganz ohne Marsexpedition und nur mit Hilfe eines Meteoriten fanden Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Universitäten in Utrecht und Edinburgh jetzt eine wesentliche Quelle. ,,Methan entsteht aus unzähligen kleinen Mikro-Meteoriten und interplanetaren Staubteilchen, welche aus dem Weltall auf der Marsoberfläche landen", erläutert Frank Keppler, Erstautor der jetzt im Forschungsmagazin Nature veröffentlichten Studie. ,,Die Energie liefert die extrem starke ultraviolette Strahlung", ergänzt der Atmosphärenchemiker.
UV-Licht zersetzt Kohlenstoff-Verbindungen im Meteoritengestein
Im Gegensatz zur Erde fehlt dem Mars eine schützende Ozonschicht, die den größten Teil der UV-Strahlung aus dem Weltall absorbieren könnte. Zudem ist die Marsatmosphäre sehr dünn, so dass im Vergleich zur Erde ein wesentlich geringerer Teil des Meteoritenmaterials beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht.





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